„Hilde Coppi“ .. Eine Villa „zur besonderen Verwendung“

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      „Hilde Coppi“ .. Eine Villa „zur besonderen Verwendung“

      Chronik des Kinderheimes „Hilde Coppi“
      Eine Villa „zur besonderen Verwendung“
      Geschichte, die Aufmerksamkeit verdient
      ........... Doch nicht alle Kinderheime in der DDR hatten Stacheldraht, Arrestzellen und Dunkelkammern. Nicht in allen Heimen sollten mit exessieven Sport, Misshandlungen und Medikamente die „Insassen“ gebrochen werden. Wer heute sagt, das alle DDR-Heimkinder schwer traumatisiert, in psychologischer Behandlung oder arbeitsunfähig ist, berichtet nicht objektiv.
      Selbstverständlich gab es im „Kinderheim Hilde Coppi“ Regeln, wie sie in jeder Schule, im Elternhaus oder im Sportverein gibt. Die Pädagogik orientierte sich an Erziehung, nicht an Disziplinierung. Es gab keine dunklen Flure, große Schlafsäle, bedrückende Kindergesichter und militärisch drillende Erzieher. Die meisten Kinder standen im Kontakt mit ihren Eltern und fuhren ins Ferienlager. Taschengeld und Kleidung nach Wunsch, ein abwechslungsreicher Speiseplan und Geschenke zum Geburtstag waren ebenso Teil des Konzepts wie eine Feier zu Weihnachten für diejenigen, die nicht ihre Eltern besuchen konnten.
      Die Rahmenbedingungen waren akzeptabel, sei es bei der Ausstattung der Zimmer, in denen die Kinder und Jugendlichen meist zu viert, später zu zweit untergebracht waren oder die Freizeitgestaltung. Zudem gab es Gesundheitsvorsorge, die Untersuchungen und Impfungen einschloss. Für die Öffentlichkeit war die Einrichtung nicht verschlossen, dieKinder und Jugendlichen konnten ihre Freunde oder Klassenkameraden zu sich einladen. Die Eltern konnten jederzeit ihre Sprösslinge besuchen und sich davon ein Bild machen, wie sie leben. Gleiches gilt auch für LehrerInnen oder Vertreter der Stadt.
      Andererseits war der staatliche Erziehungsauftrag einseitig. Erklärtes Ziel war die Erziehung des Kindes zu einer „sozialistischen Persönlichkeit“. Erziehung war in der DDR grundsätzlich Kollektiverziehung. In der Gemeinschaft sollten sich die Kinder bereits in den Kindergärten wohl fühlen. Die Entwicklung von individuellen Fähigkeiten und Neigungen hatte zwar ihren Platz, musste sich allerdings meist der Gemeinschaft unterordnen. Die Erzieher, die eine dreijährige pädagogische Ausbildung erhielten, mussten jeden Tagesablauf genau planen und schriftlich festhalten. Fahnenappell und Gruppenversammlungen trugen ihren Teil dazu bei. Auch darf man nicht verschweigen, dass sich manche Pädagogen an Methoden der 50er und 60er Jahre orientierten: Tugenden wie Ordnung, Disziplin, Gehorsam, Fleiß und Sauberkeit, die auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen dominieren, wurden nicht immer mit Behutsamkeit beigebracht.
      Letztendlich waren die Pädagogen im „Kinderheim Hilde Coppi“ in erster Linie Erzieher und Betreuer, keine Aufseher. ...weiter lesen
      Quelle: heineschule-brandenburg.de/heimchronik.pdf

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