WDR sucht Zeitzeugen aus Psychiatrie - auch anonym

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      WDR sucht Zeitzeugen aus Psychiatrie - auch anonym

      Liebe ehemalige Heimkinder,

      ich bin
      Journalistin beim WDR und arbeite zusammen mit zwei Kollegen an einer
      TV-Dokumentation über Kinder, die in der Nachkriegszeit aus Kinderheimen
      in Psychiatrien verlegt wurden. Dafür möchte ich in Eurem Forum gern
      einen Aufruf posten, in dem wir nach Menschen suchen, die in der
      Nachkriegszeit (1945-198) in Psychiatrien waren.

      Zu unserem
      Film: In Psychiatrien sind nach dem Krieg ähnlich schlimme
      Dinge passiert wie in den Heimen: die Kinder wurden geschlagen,
      eingesperrt, mit Medikamenten ruhig gestellt. Doch kaum jemand spricht
      darüber. Das wollen wir ändern. In unserem Film begleiten wir
      exemplarisch zwei Menschen, den
      Mut haben, uns und der Öffentlichkeit von ihren Erlebnissen zu
      berichten. Einer von ihnen ist Wolfgang Petersen, der sich mit seiner
      Petition beim Deutschen Bundestag auch politisch dafür einsetzt, dass
      diese Zeit endlich aufgearbeitet wird und auch für die Zeit in der
      Psychiatrie Sachleistungen und Rentenersatzleistungen gezahlt werden.
      Das ist bisher nicht der Fall.

      Unser Aufruf: Zeitzeugen aus Psychiatrien in der Nachkriegszeit gesucht!

      Wir
      produzieren für das WDR Fernsehen eine Dokumentation über die Zustände
      in Psychiatrien in der Nachkriegszeit. Und dafür brauchen wir Ihre
      Hilfe: Wir suchen Menschen, die in der Nachkriegszeit (1945-1980) als
      Patient in einer Psychiatrie waren und bereit sind, von ihren
      häufig schlimmen Erfahrungen zu berichten. Nicht unbedingt vor der
      Kamera, sondern einfach am Telefon oder per Brief oder Mail. Das geht
      auch anonym. Schon einmal herzlichen Dank für Ihr Vertrauen!In welcher Einrichtung sind Sie gewesen? Was haben Sie als Patientin oder Patient dort
      erlebt? Haben Sie noch alte Patientenakten oder andere Dokumente? Haben
      Sie Tagebuch geführt oder alte Briefe aus dieser Zeit an Ihre Eltern
      geschrieben und aufgehoben? Wir freuen uns auf Ihre Berichte!

      WDR Fernsehen - Redaktion Westpol
      Stichwort „Kinderpsychiatrie“
      Stromstr. 24
      40221 Düsseldorf
      0211-8900 131westpol@wdr.de
      Hallo Anne Kynast,

      Herzlich Willkommen und danke für die Info


      Da ich fast alle Berichte über ehemalige Heimkinder im WDR gesehen habe weiß ich, daß dort seriös "gearbeitet" wird und deshalb auch meine Bitte an die User hier - sollte ihr zu dem gesuchten Personenkreis gehören meldet Euch doch bitte an die obige Adresse.

      Denke, daß ihr der Zusicherung


      Anne Kynast schrieb:

      Nicht unbedingt vor der Kamera, sondern einfach am Telefon oder per Brief oder Mail.
      Das geht auch anonym.

      vertrauen könnt, denn es geht auch um Euch da ihr bei dem Fonds Heimerziehung ja leider nicht berücksichtigt wurdet und daß nicht nur wir, sondern auch ihr oft in den Psychatrien unsäglich leiden musstet.


      Für Euer Projekt Anne Kynast kann ich nur viel Erfolg wünschen und hoffen, daß sich doch einige melden werden.

      LG Marion
      Lebe im Heute
      Gestern ist vorbei - Morgen kommt erst


      Leider habe ich keinerlei Unterlagen aus der Zeit in der Psychatrie. Es gibt angeblich keine mehr, obwohl die Institution noch besteht.
      Erinnern kann ich mich lebhaft an einige Dinge, die man halt nie vergißt. Medikation war natürlich obligatorisch, unter anderem.
      Ich war in Wunstorf, das liegt bei Hannover.
      Nein, arbeiten musste ich nicht, aber es gab schon recht viel Gewalt, und jeden Tag Medikamente, die ich aber meistens ausgespuckt habe, weil mir kreuzübel davon wurde. Ich selbst habe dort nicht viel an Gewalt erfahren, da war es im Heim schlimmer, aber ich habe viel Gewalt an anderen Kindern gesehen.
      Woran ich mich recht gut erinnere waren die Punktionen. Die Kinder wurden in den Keller geschleppt, wortwörtlich, denn alle wehrten sich, denn sie wußten, was dann kam.
      Die Schreie hörte man bis in die obere Etage, und wenn sie zurück kamen, war es nur noch ein wimmerndes
      Häufchen Elend und es dauerte Tage, bis man sie wieder normal ansprechen konnte.
      Das war im Jahr 1956
      Hier könnt ihr euch mal informieren, wie dieses Thema im WDR behandelt wird

      03.03.13 .. Gewalt in der Kinderpsychiatrie - Herr Petersen und seine Petition

      Quelle: wdr.de/tv/westpol/sendungsbeit…303/kinderpsychiatrie.jsp

      10.03.13 Gewalt in der Kinderpsychiatrie - Aufklärung unerwünscht

      Quelle: wdr.de/tv/westpol/sendungsbeit…310/kinderpsychiatrie.jsp

      24.03.13 Sexueller Missbrauch in der Kinderpsychiatrie
      Quelle: wdr.de/tv/westpol/sendungsbeit…324/kinderpsychiatrie.jsp


      helft bitte mit bei der Aufklärung :!:

      Lebe im Heute
      Gestern ist vorbei - Morgen kommt erst


      Liebe Forumsmitglieder,

      herzlichen Dank für Eure Unterstützung. Wir freuen uns über jeden, der sich bei uns meldet. Hier noch einmal die Tel.-Nr. 0211 8900 131.

      @ mandolinchen Wären Sie bereit, uns am Telefon ein bisschen mehr über Ihre Erfahrungen in Wunstorf zu berichten? Sollte es Ihnen schriftlich lieber sein, würde ich mich freuen, wenn Sie mir noch etwas genauer beschreiben könnten, was Sie dort erlebt haben. Wie lange waren Sie in Wunstorf? Wie alt waren Sie damals? Warum sind Sie nach Wunstorf gekommen? Mit welcher Diagnose? Wissen, welche Medikamente Sie bekommen haben? Was waren genau Punktionen? Wie oft ist das vorgekommen? Gab es auch eine Isolationszelle? Wann ist man darein gekommen?
      guten abend
      auch ich war als Jugendliche in einer Psychatrie
      Einen Tag vor meinem 18 Geburtstag verfrachtete mich meine Mutter und ihre beiden Freundinnen welche am Jugendamt tätig waren in das damaliege Landeskrankenhaus Eickelborn ( Pschatrie) Nur weil mich kein Heim mehr aufnahm und ich wieder mal von zu hause weggelaufen war, weil ich es dort nicht aushielt Grund : ich sei mannstoll.Das war 1970 . Einfach weg gesperrt. So etwas wünsche ich keinem. Neuzugänge wurden die ersten vier Tage ans Bett fixiert und mit Tabletten ruhig gestellt. Man verfiel in einen Dämmerschlaf. Es war ein riesiger Schlafsaal . 5 Betten in einer Reihe .. solch olle Metallbetten . Zwischen jedem Bett stand ein Nachtschrank. Wenn Patienten aufmüpfig waren, wurden sie ans Bett fixiert , der Kopf noch mal extra fixiert .. mit einem Holzstück regelrecht geknebelt sodass sie nicht schreien konnten und dann mit Elektroschocks "behandelt" Die Körper bäumten sich trotz Fixierungen auf . Es war total grausam dieser Anblick . So etwas vergisst man nicht . Ich hatte panische Angst ,dass man so etwas auch mit mir macht. Ich tat einfach alles was man von mir verlangte. In der ersten Zeit arbeiteten wir alle die nicht gerade bettlägerig waren in einer Art Baracke .. irgendetwas mit Schrauben . Es hiess Beschäftigungstherapie. Nach einer Weile kam ich dann in den Genuss in der heimeigenen Grosswäscherei zu arbeiten. 8 Stunden täglich. Dort lernte ich dann einen Mann kennen der wegen Depressionen dort war und bald entlassen wurde. Wir schwatzten heimlich, er steckte mir heimlich Zettelchen zu. Er versprach mir wenn er entlassen wird mir seinen Rechtanwalt zu schicken. Ich glaubte allerdings nicht daran. Doch ich sollte eines besseren belehrt werden . Der Rechtsanwalt kam tatsächlich. Es ging dann alles vor Gericht und meine Mutter und deren zwei Freundinnen bekamen zur Auflage dass man mich sofort entlassen musste. Es ging dann auch ziemlich zügig und ich kam wieder rauß .. rauß in die Freiheit ... Ich hatte grosses Glück.. ich war "NUR" ein halbes Jahr dort .
      Ich bin mir aber sicher .. hätte ich diesen Mann dort nicht kennengelernt, dann wäre ich da drin versauert. Ich kenne ein paar Fälle, da wurden ganz normale , gesunde Menschen einfach von ihren Angehörigen weg gesperrt auf Nimmerwiedersehen und verbrachten dort 20 Jahre und noch länger
      Noch heute bin ich diesem Mann unheimlich dankbar dass er mir geholfen dort wieder rauß zu kommen Es war für mich das schlimmste halbe Jahr meines Lebens . Da war das Heim in dem ich war ein Paradies gegen. Eine Akte exestiert auch noch .
      Ok, ich war zu der Zeit kein kleines Kind mehr ... aber grausam war es schon