Phantom-Kinderheim im Schatten der Nazis

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      Phantom-Kinderheim im Schatten der Nazis

      Ehemaligen Erzieherinnen
      werden Prügel und sexueller Missbrauch vorgeworfen: Alltag im Kinderheim
      Wimmersdorf.
      Zweierreihe, Hand an der Hosennaht,
      Stillstehen, Schweigen. „Oft sind wir stundenlang so gestanden, und die
      Erzieherin hat daneben gestrickt“, erinnert sich ein ehemaliger Zögling
      des Kinderheimes Wimmersdorf. Egal ob draußen, am Fußballplatz oder im
      Heim. Wenn am Sonntag der Gang zur Kirche angeordnet war, marschierten
      die knapp 100 Burschen auch in Zweierreihe, den Zeigefinger vor den
      Lippen. Disziplin und Schweigen.


      Wimmersdorf ist das Phantom unter den österreichischen Kinderheimen.
      Es war für Tausende Buben ein Ort des Schreckens. Weder vor noch nach
      dem Zweiten Weltkrieg ist es in offiziellen Aufzeichnungen über
      Kinderheime vorhanden. Auch in Unterlagen, die am Wiener Jugendamt
      (MA11) aufliegen, scheint es nicht auf. „Wimmersdorf war aber ein
      Vertragsheim der Stadt Wien“, erklärt MA11-Jurist Josef Hiebl. 1924 von
      der deutschen Einwandererfamilie Stellbogen als Erholungsheim gegründet,
      erhielt es eine Konzession, Kinder bis zu vier Wochen zu beherbergen.
      Erst in den 1960er-Jahren erhielt es vom Land Niederösterreich die
      Kinderheim-Bewilligung. Doch schon zuvor waren Kinder oft Jahre in dem
      Heim untergebracht, das bei Neulengbach an der Grenze
      Wienerwald/Tullnerfeld liegt.


      Ehemalige Zöglinge haben in Eigenregie Akten und Informationen
      zusammengetragen und soeben den „ersten unabhängig-privaten
      kommissionellen Zwischenbericht Kinderheim Wimmersdorf“ vorgelegt. Sie
      brachten dabei einiges über die Nazi-Vergangenheit der Heimleiter,
      verseuchtes Trinkwasser und Mängel an Hauptschullehrern ans Tageslicht
      (siehe Zusatzberichte).


      Strafprozess



      Brisant ist zudem, dass ein im Jahr 1982 ins Rollen gekommener
      Strafprozess gegen die ehemalige Erzieherin Gertrude Z. (Name von der
      Redaktion geändert) nun wieder aufgenommen wird. Sie war in den
      1980er-Jahren von einem Arzt aus gesundheitlichen Gründen (Asthma) für
      verhandlungsunfähig erklärt worden. Morgen, Montag, hätte sich die Frau
      nun erstmals vor Gericht verantworten sollen. Sie ist des Quälens oder
      Vernachlässigens unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen angeklagt.
      Doch der Prozess wurde vertagt – wieder aus gesundheitliche............................

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