Akten von der Heimerziehung

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      Akten von der Heimerziehung

      Heute hatte ich die Gelegenheit meine Akten in Meißen beim Archiv einzusehen und mir verschiedene Kopieren zu lassen.
      Ich staunte nicht schlecht als es auf einmal 4 Akten waren und nicht nur 2 wie ich es bereits schon beim Gericht mitbekommen habe.
      Leider waren die Kosten für die Kopien sehr hoch, 5 Euro Grundgebühr und zusätzlich noch 0,50 Euro pro Kopie.
      Mal sehen ob bei dem preis auch die Kopierqualität stimmt.
      Ich muss schon sagen was was da alle reingeschrieben hat da können einen ja die Haare zu berge stehen.
      Da muss man sich schon fragen warum man denn da überhaupt noch lebt?
      Aber es hat sich letztendlich gelohnt und nun werde ich mal sehen wie die Sache alles weiter gehen wir.
      Konnte sogar meine Krankenunterlagen einsehen, was da wohl das Jugendamt damit zu tun hat verstehe wer will.
      Und die Zeugnisse habe ich auch wieder gefunden zwar nur ein Teil aber besser als keine.

      Anschließend habe ich mir mit meinen Kindern die Albrechtsburg angeschaut , die hatte ich ja auch vor 46 Jahren zu letzten mal gesehen.

      Volkmar

      Akten aus der Zeit aus dem Kinderheim

      Hallo Volkmar,

      auch ich habe meine Akten aus meiner Kinderzeit angefordert.
      Unser ehemaliges Heim, wird heute nicht mehr von Nonnen geleitet.
      Gott sei es gadankt.
      Der heutige Leiter war sehr nett und hat mir zugesagt, falls er meine Akte fände
      würde er sie mir zusenden, gegen Vorlage Personalausweis.
      Dann kam der Hinweis, falls von anderen Kindern etwas berichtet würde, müsste
      er diese Stellen schwärzen.
      Aber die Akten kamen gut lesbar bei mir an. Es waren über 50 Seiten und zwar kostenlos.
      Der heutige Leiter warnte mich, dass die Berichte nicht immer vorteilhaft geschrieben
      [i]wären. Womit er recht hatte. Nach Durchsicht dieser Kopien fiel ich in ein riesengroßes
      schwarzes Loch. Dass diese Nonnen nicht gerade unser Bestes wollten, haben Sie während
      unserer ganzen Kindheit überzeugend demonstriert.
      Aber dann zu lesen, dass ich eine dumme Sau, eine taube Nuss und zu nichts nütze wäre,
      war schon schlimm für mich.

      Heute versuche ich mir zu sagen, das ist gar nicht über mich geschrieben worden.
      Wer das geschrieben hat, kannte mich nicht. Und wie mir, erging es vielen anderen Kindern.
      Schade, dass wir dadurch einen großen Teil unseres Lebens verloren haben. Ich hoffe, Dein
      Bericht, war etwas positiver. Vielleicht waren Sachen dabei, die Du gar nicht mehr wusstest?
      Positives??[/i]


      Das wünsche ich Dir von ganzem Herzen, damit Du Deinen Kindern etwas Nettes berichten kannst.

      EMC1111 :winke:

      Akten Heimerziehung

      Hallo EMC1111

      ich kannte ja schon ein Teil meiner Akten waren zwar nur zwei und jetzt auf einmal vier am Stück.
      Ich fan in diesen doch noch einiges was für mich von Interesse war und von dem ich eigentlich gar nichts mehr wusste, ist doch schon eine lange Zeit ins Land gegangen.
      Hier konnte ich natürlich auch erst mal lesen was das Amt über meine Mutter geschrieben hat, da haben die an ihr gar kein gutes Haar mehr gelassen, ein Glück nur das ich es anders weis und auch erleben durfte wenn ich mal zu hause war.
      Man muss jedoch immer davon ausgehen das die, die die Berichte geschrieben haben ja auch ihren Arbeitsplatz behalten wollten und da mussten sie schon systemtreu schreiben.
      Ist letztendlich alles für mein Buch und da kommen solche Berichte schon an.

      In Meissen durfte ich jedoch auch nur die Seiten lesen die sich ausschließlich mit meiner Person befassten die von meinen Geschwistern durfte ich nicht, aber die hatte ich ja schon.
      Da kann man aber mal sehen alle machen es nach eigenen dünken, es gibt einfach keine einheitliche Richtlinie wie man bei einer Akteneinsicht vorgehen sollte.

      Gruß Volkmar

      Akten Heimerziehung

      Hallo Volkmar,

      schön dass Du so großzügig und freundlich sein konntest und sogar noch Verständnis für diejenigen aufbringst, die Deine Mutter verunglimpfen.
      Ich kann und konnte es nicht. Ich bin in dieser Beziehung immer noch der Meinung, dass eigentlich wir Kinder im Vordergrund hätten stehen müssen,
      und dass wir Liebe und Güte verdient hätten. Leider war das nicht der Fall.
      Ich möchte jetzt auch nicht über alte und schlimme Zeiten jammern. Ich finde nur, dass Du wirklich freundlicher über die urteilst, als diejenigen, die
      über Dein Leben oder die Zustände bei Dir zuhause berichtet haben. Sowas nennt man nachtreten zum eigenen Vorteil. Und genau das, haben diese Leute
      bei Dir gemacht. (stystemtreue hin oder her)

      Trotzdem bewundere ich Dein Verhalten und deine Größe.

      Ganz liebe Grüße aus Köln
      EMC1111

      Akten Heimerziehung

      Hallo Christel44,

      ich habe die Anschrift meines Heimes aus dem Internet gezogen und meinen gültigen Ausweis eingescannt und natürlich
      hingeschickt. Ich habe freundlich aber bestimmt meine Akten aus meiner Heimerziehungszeit angefordert. Es kam nichts
      Danach habe ich Frau Nastassja Pilz, die in Landesarchiv in Stuttgart arbeitet angeschrieben und um Hilfe gebeten.
      Ich weiss nicht, wo Du groß geworden bist. Ich weiss auch nicht, ob die Frau Pilz Dir direkt einen Ansprechpartner nennen
      kann, aber sie wird Dir helfen und machen, was in Ihrer Macht steht. Falls Du willst, kann ich Dir den Link von Frau Pilz zukommen lassen.
      Und wenn Sie Dir nur sagt, bei wem Du Hilfe erfährst. Oder bei wem Du Dich melden solltest. Vielleicht warst Du sogar in Ihrem Bereich?
      Falls das der Fall ist, wird sie alle Hebel in Bewegung setzen um Dir zu helfen.
      Gib mir Bescheid, auch ich helfe Dir gerne, wenn ich kann.

      Liebe Grüße
      EMC1111

      Jugendamtsakten

      Hallo Christel

      ich konnte mir die Akten nur entweder beim Amtsgericht einsehen und die Seiten auswählen die ich haben wollte das gleiche auch beim Landesarchiv.
      Man war nämlich der Meinung die Akten haben schon historischen wert und können daher nicht zu mir persönlich gesendet werden, sie sind ja schon mehr als 35 Jahre alt.
      Aber vielleicht geht es bei dir auch so wie bei EMC1111.
      Ich wünsch dir Glück.

      Gruß Volkmar

      Hallo EMC1111

      Hallo EMC1111

      ich bringe keineswegs Verständnis für die Leute auf die so etwas über mich oder meiner Mutter geschrieben haben.
      Das Verständnis bezieht sich eigentlich nur darauf was sollten die denn anderes schreiben wenn sie ihr Ziel ein Kind ins Heim zustecken erreichen wollten.
      Das heißt auf keinen Fall das ich die gutheiße, nein im Gegenteil.
      Aber sind wir doch mal ehrlich was wollen wir heute noch dagegen tun, entweder sind die Leute schon verstorben oder so alt das sie sich an nicht mehr erinnre können, und dann kommt noch hinzu das die Beweislast immer bei denen liegt die was erreichen wollen also wir, und dies ist nicht gerade leicht wenn überhaupt möglich das sagen auch erfahrene Rechtsanwälte die sich speziell mit der damaligen Heimerziehung in der DDR befassen.
      Schaue dir doch mal das Video im Netz an "Auf biegen und brechen".
      Entweder hast du mich falsch verstanden oder ich habe mich einfach nicht richtig ausgedrückt.

      Gruß Volkmar
      Danke ihr zwei beiden für Eure nette Auskunft.Ich bin in Einbeck groß geworden und mit 10 Jahren ins Jugenddorf St.Ansgar gekommen.Das sind nun 50 Jahre her.St.Ansgar Happerschoß bei Siegburg.Den Namen vom jetzigen Leiter weiß ich.Werd mal bei google suchen ob er mir die Adresse raus gibt.Ich weiß meine Akten sind noch im Archiv.Mein Sohn und
      ich haben es bis Heute nicht geschafft da hin zu fahren.Ich hoff ja immer noch das es eines Tages noch klappen wird.

      Träume nicht dein Leben sondern lebe deinen Traum

      aus dem Volksmund
      Hallo, Christel;

      eigentlich sollte es möglich sein, dass Dir das JA Deine Akten zusendet. Auch ich musste mich an das Ja Meißen wenden und die sind da besonnders. Trotzdem bekam ich die Akten, auch wenn ich das bezahlen musste. Das war es mir aber wert. Die Kopieen kamen dann normal mit der Post und alles war ok. Ich hatte allen dazu nötigen Briefwechsel per Telefax gemacht, um im Zweifelsfall beweiskräftig zu sein.

      Ich drück Dir die Daumen, dass Du sie auch unkomplziert bekommst
      Wir sind, wie wir sind, weil wir sind, wie wir sind

      EMC1111 schrieb:

      Aber dann zu lesen, dass ich eine dumme Sau, eine taube Nuss und zu nichts nütze wäre,
      war schon schlimm für mich.


      :tröst: EMC

      ja die christlichen Damen und Herren war schon "Spitze" :thumbdown:

      Ich bin bei Diakonissen - den evang. "Nonnen" - groß geworden und bei mir haben die daß bestimmt auch so ähnlich in die Akten geschrieben, aber nicht nur dort - sondern mir auch immer wieder platt vor den Kopp geschmissen. Ich weiß nicht wie oft ich mir solch einen Mist anhören musste.
      Dazu kam noch, da ich ein "Besatzungskind und unehelich" war, daß sie mir bei jeder Gelegenheit vorwarfen, daß ich ein "Kind des Teufels" sei und dazu ein elendiger "Amibangert" und daß man ein paar Jahre früher schon das Richtige mit mir gemacht hätte und später würde ich bestimmt im Gefängnis landen, denn aus mir könnte niemals ein anständiger Mensch werden. Damals verstand ich das alles nicht so ganz - aber heute um so besser.

      Daß doch noch ein halbwegs anständiger Mensch aus mir geworden ist habe ich bestimmt nicht meiner Erziehung zu verdanken, sondern meinem "Uberlebenswillen"

      Leider ist meine Akte nicht mehr vorhanden und ich daher auch nicht mehr den ganzen Mist lesen, den sie darein geschrieben haben.
      Lebe im Heute
      Gestern ist vorbei - Morgen kommt erst


      Akten Heimerziehung

      Hallo KIKIBO,

      es tut mir leid, dass Du keine Möglichkeit mehr hast, diese Sachen nachzulesen und nachzuvollziehen.
      Vielleicht ist es ja auch ganz gut.
      Es ist nicht aufbauend wenn man liest, dass man eine absolute Niete und zu nichts nütze war. Wie das bei mir war.
      Dass Du so erbarmungslos beleidigt wurdest und als Bankert beschimpft wurdest, tut mir echt weh. Kein Kind auf der
      Welt hat dieses Elend und Leid verdient, was wir alle irgendwie ertragen mussten.
      Glaube mir, bei mir standen viele schlimme Sachen drin. Man hat mir als 4-jährige unterstellt unkeusch wie meine schlechte
      Mutter zu sein. Mit diesem Makel habe ich sehr lange gelebt.

      Ich versuche mich immer daran zu erinnern, dass ich ein Mensch bin, ein wertvoller Mensch. Mit Fehlern, Na und, aber ein Mensch.
      Diese Menschlichkeit wurde uns früher nicht gestattet. Deswegen bin ich vielleicht heute besonders empfindlich.

      Lass uns froh sein, daß wir überlebt haben. Obwohl auch das schaffe ich oft nicht.
      EMC1111

      Akten Heimerziehung

      Hallo Volkmar

      so war das nicht gemeint. Ich habe mich wahrscheinlich nicht richtig ausgedrückt.
      Falls dies der Fall war, bitte ich vielmals um Entschuldigung.

      Ich meinte das Verständnis, dass die Leute dem Staat gegenüber nicht ehrlich sein durften.
      Dass Du dieses verstehst. Bitte nicht böse sein. Das wollte ich auf keinen Fall erreichen.

      EMC1111
      Hallo Gelischen,

      so was kündig sich bei mir immer sehr kurzfristig an, da ich nicht immer genau weis wann die Antwort kommt vom entsprechenden Amt,
      ich bin aber sonst öfter mal in der Gegend, da meine Mutter noch in Großenhain lebt. Ist ja nur ein Katzensprung bis dahin.

      Trotzdem schönen dank für die Kaffee Einladung. :praline:

      Gruß Volkmar

      Lieber Volkmar,

      ich habe gelesen, daß Du Akten über Deine Kindheit angefordert hast. Ging das direkt beim Kinderheim oder über das Jugendamt. Von meinen ersten drei Lebensjahren weiß ich leider rein gar nichts und die wären für mich besonders wichtig, weil bei mir etliche seelische Störungen festgestellt wurden, die nicht zuletzt auf diese prägenden Jahre zurückgehen müssen.Mit meiner Mutti wollte und konnte ich nie darüber sprechen. Und jetzt ist unser Kontakt sei Januar gänzlich abgerissen. Das Problem, es handelt sich um die zweite Hälfte der 60er Jahre, und ich weiß nicht, ob sie überhaupt noch existieren. Ich muß aber wissen, was los ist ... Danke Dir!

      Gruß aus München!
      Michi

      Hallo Pfillip

      Hallo Phillip,

      Nein im Kinderheimen wo ich war gab es keine Akten mehr wenn die Heime noch existierten.
      Die Akten eines Kindes befinden sich eigentlich immer bei dem Jugendamt was die Heimeinweisung veranlasste (oder besser das Jugendamt was für Deinen Wohnort zuständig war)
      Vieles befindet sich jedoch heut in Archiven auf Landesebene. Da muss man schauen welches für einen zuständig ist.

      Die Heime kann man aber trotzdem anschreiben soweit wie noch vorhanden, da gibt es mitunter noch Klassenbücher, Gruppenbücher, Fotos aus jener Zeit.

      Man muss es einfach versuchen, ich wünsche die da viel Glück.

      Volkmar
      ich war im JWH und habe meine Akte 2010 vom Archiv bekommen, man muss dort anrufen so habe ich es gemacht. Dann sagt man wo und wann man im Jugendwerkhof , D- Heim oder auch Kinderheim war.

      Ich hatte Glück und habe meine Akte vom JWH bekommen, aber die vom Jugendamt die mich einweisen lassen haben ist vernichtet worden. Mir fehlt der Beschluss zur Einweisung den ich für meine Reha brauche.

      Nun habe ich erfahren das Beschlüsse noch da sein müssen und nun fange ich wieder von vorne an.... aber egal ich werde es durchziehen.

      meine Akten

      Hallo;

      ich habe wiedermal typisches mit dem JA Meißen erlebt.

      Ich hatte doch 2012 relativ "unproblematisch" meine Aktn erhalten. Als sie damals bei mir ankamen, sah ich anhand der Seitenzahlen, dass es nicht alles gewesen sein konnte. Nur dort anfragen, erachtete ich als sinnlos. Zudem, weil das JA mir schrieb, man könne das Ablagesystem nicht mehr nachverfolgen. Da ging es um die Urschrift vom Bschluß vom Jugendhilfeausschuß. Irgendwann beantragte ich meine Rehabilitation, welche logischerweise abgelehnt wurde. Aber so kam ich an meine restlichen JA- Akten und auch an die "Urschrift". Die Kopieen, die ich damals erhielt waren ca. 1/3 von dem, was ich jetzt habe.

      Also Lügen und Betrügen ist heute noch das Wichtigste beim JA Meißen.

      Schubi
      Wir sind, wie wir sind, weil wir sind, wie wir sind