Korntal-Münchingen "Hoffmannhaus"

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      Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal

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      Verein ehemaliger Heimkinder e.V.

      2 October 2018, um 04:49 Uhr

      Pressemitteilung - Korntal! - G. Dirk F.

      Pressemitteilung vom 2. Oktober 2018

      Brüdergemeinde Korntal fordert durch die Politik eine unabhängige Aufarbeitung sowie angemessene Entschädigung.

      Korntal/Plattling den 02.Oktober 2018: Da die Evangelische Brüdergemeinde Korntal nach ihren kurzem Scham- und Entschuldigungsbekundungen keinerlei konkrete Schritte vorlegt, welche Konsequenzen sie aus ihrem Missbrauchsskandal zieht, und sie ihren Aufklärungsprozess aus ihrer Sicht beendet hat, fordern wir die Offenlegung ihrer Archive und eine angemessene Entschädigung angesichts der vielen Betroffenen sexuellen Missbrauch durch Mitarbeiter und Gemeindemitglieder der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal.

      1. Politik und Strafverfolgungsbehörden müssen den Schutz der Betroffenen gewährleisten und tätig werden.

      Wir fordern die Politik auf, den Schutz der Betroffenen zu gewährleisten und sie nicht der Willkür der evangelischen Brüdergemeinde Korntal zu überlassen. Der Staat kann nicht länger zulassen, dass die Verbrechen durch die Evangelische Brüdergemeinde Korntal von ihr selbst intern geregelt und vertuscht werden können. Angesichts des institutionellen Versagens der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal bedeutet ein Gewährenlassen gleichzeitig auch ein Staatsversagen.

      Wir fordern daher die Strafverfolgungsbehörden in Deutschland auf, tätig zu werden. Bei Straftaten wie dem sexuellen Missbrauch von Kindern in der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal muss die Staatsanwaltschaft tätig werden. Da die Evangelische Brüdergemeinde Korntal weiterhin keine konkrete Bereitschaft zeigt, Täter und Tatorte zu benennen, fordern wir die Politik, die Evangelische Landeskirche Württemberg, das Diakonische Werk in Stuttgart und Deutschland auf, jetzt entschlossen zu handeln, und zu ermitteln.

      Der Abschlussbericht der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist nur die Spitze des Eisberges, er ist unvollständig, da nur bis in die 1980iger Jahre versucht wurde aufzuklären.

      Welche Täter leben noch, welche sind weiterhin aktiv, wie heißen die Täter, wo fand der Missbrauch statt, welche Fälle sind noch nicht verjährt. Dies alles wissen wir nicht, weil es die Evangelische Brüdergemeinde Korntal nicht wissen will, oder versucht zu vertuschen. Die Staatsanwaltschaften die in den vergangenen acht Jahren, nach Bekanntwerden der bundesweiten Missbrauchssfällen untätig geblieben sind, müssen daher jetzt endlich handeln, damit Kinder heute nicht länger einem Risiko ausgesetzt sind.

      Fälle die nach dem Dafürhalten der Staatsanwaltschaften offensichtlich verjährt sind, müssen künftig durch eine von der Regierung oder Landesregierung einzurichtende unabhängige Untersuchungskommission aufgeklärt werden.

      Betroffenen muss ein Einsichtsrecht in die in ihrem Fall betreffende Unterlagen bei der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal gewährt werden. Die Opfer haben ein Recht darauf, etwas über die Tatumstände und das Handeln der verantwortlichen Vorgesetzten zu erfahren. Auch die Gesellschaft sollte wissen, was aus den Tätern wurde.

      2. Wir fordern zu Entschädigungszahlungen auf, die der Schwere des Schadens gerecht werden. Die Menschen, die in ihrer Kindheit von Mitarbeitern der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal missbraucht worden sind, sind häufig massiv geschädigt. Sie müssen lebenslang mit den zerstörerischen Auswirkungen des Missbrauchs weiterleben. Viele Lebensbereiche können von weitreichenden Beeinträchtigungen betroffen sein:
      1. Viele Betroffene haben in ihrem weiteren Leben erhebliche Probleme bei zwischenmenschlichen Beziehungen, Bindungen und Partnerschaften.
      2. Oft wurde die Beziehung zum eigenen Körper beschädigt, Intimität und Sexualität sind daher für viele Betroffene problembelastet.
      3. Viele Betroffene konnten und können sich nicht beruflich und erwerbsmäßig entfalten.
      4. Viele Betroffene leiden über die gesamte Lebensspanne verschiedenen psychischen Problemen wie Depressionen, andere psychisch Erkrankungen.
      5. Manche Betroffenen, die nicht die Kraft hatten, mit dem Erlittenen weiterzuleben haben ihr Leben beendet.

      Eine Wiedergutmachung dieser Schäden ist nicht möglich. Die Taten und die Schäden können nicht rückgängig gemacht werden. Eine Entschädigung kann aber dazu beitragen, dass betroffene Menschen besser mit dem Leben klarkommen und mit den Beeinträchtigungen weiterleben können.

      Wenn die Kirchen und die Evangelischen Brüdergemeinde Korntal die bisher in der Regel angebotenen „Anerkennungsleistung“ von bis zu 5.000 Euro mit dem Faktor 100 multipliziert, dann wäre dies ein Betrag, der sich für Betroffene tatsächlich wie der Versuch einer Entschädigung anfühlen und damit dem Ausmaß des persönlichen Schadens ansatzweise gerecht werden würde.

      Detlev Zander / Sprecher 'Missbrauch in der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal'
      Pressekontakt: detlev.zander[a]gmail.com
      0991 / 958 9802 0175 / 489 2430

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