Medikamentenversuche an Heimkindern

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      Medikamentenversuche an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.

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      WDR - Westdeutscher Rundfunk Köln - Anstalt des öffentlichen Rechts

      QUELLE: https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/medikamente-in-essener-kinderheim-100.html :

      Jetzt hier in Bezug auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen und insbesondere in Bezug auf das katholische Franz-Sales-Haus in Essen.

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      > WDR > Nachrichten > Ruhrgebiet ----- Stand: 23.05.2018, 10:47

      Medikamentenmissbrauch: Vorwürfe gegen Essener Kinderheim

      Von Carmen Krafft

      ● Ex-Heimkind erhebt Vorwürfe gegen Franz-Sales-Haus
      ● Ständige Betäubung durch Psychopharmaka in den 1960ern
      ● Aufsätze belegen Medikamentenstudie an Heimkindern

      Karl-Werner Krüll (63) hat einen Mini-Job als Hausmeister. Dass er sich mit Hilfsjobs durchschlagen musste, führt er auf seine Kindheit im Essener Franz-Sales-Haus zurück. Im Heim wurde er 1962 mit acht Jahren aufgenommen. Er sagt: "Ich habe dort nicht Lesen und Schreiben gelernt, weil ich mit Medikamenten zugedröhnt wurde."

      Ordensschwestern seien morgens mit Medikamenten ins Zimmer gekommen, die von Anstaltsarzt Dr. Waldemar Strehl verordnet wurden. "Einige Kinder, wie ich, mussten das täglich schlucken", sagt Karl-Werner Krüll. In seiner Krankenakte ist mehrmals das Psychopharmakon Esucos vermerkt: Einnahme bis zu dreimal täglich. Eine sehr hohe Dosis für ein Kind. "Mir wurde das Zeug gewaltsam reingezwungen. Jahrelang."

      [ (FARBFOTO) VIDEO: „Medikamentenmissbrauch 1: Die Geschichte von Karl-Werner-Krüll | 03:22 Min. | Verfügbar bis 22.05.2019“ ]


      "Alle haben davon gewusst – keiner hat geholfen"

      Laut Akte galt Karl-Werner Krüll als "aggressiv". Durch die Medikamente stellte man ihn ruhig: "Ich war kaum in der Lage, irgendwas zu denken." Am normalen Unterricht konnte er deshalb nicht teilnehmen, er landete in einer "Bastelklasse". Lesen und Schreiben hat er dort nicht gelernt. Von dem Medikamenten-Missbrauch hätten "alle" gewusst, sagt Krüll: "Die Nonnen haben mitgemacht, aber auch die Betreuer und die Verwaltung wussten, was der Arzt mit uns gemacht hat."

      Belege für Medikamentenstudie

      Tatsächlich gibt es Belege über Medikamentenversuche durch den Anstaltsarzt Dr. Waldemar Strehl. In einem wissenschaftlichen Aufsatz Anfang der 1960er stellt der ehemalige Arzt des Franz-Sales-Hauses seine Versuche mit dem Psychopharmakon Esucos vor. Strehl hat, so schreibt er damals, 96 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren ausgewählt, die durch störendes Verhalten auffielen.

      Keine Therapie, sondern Experiment

      [ KLEINES SCHWARZ-WEIß FOTO: „Nonnen im Franz-Sales-Haus in den 1960ern“ ]

      Die Krefelder Pharmakologin Sylvia Wagner hat sich mit den Medikamententests befasst. Nach Ansicht der Wissenschaftlerin missbrauchte Strehl Medikamente, machte medizinische Versuche. "Es gab keine medizinische Indikation für Esucos. Es ging nicht um Therapie, sondern um soziale Anpassung." Bei einigen Kindern ordnete er viermal täglich 25 Milligramm Esucos an – deutlich mehr als die Maximal-Dosis für Erwachsene.

      Mögliche Folgen des Medikamentenmissbrauchs hat der Bochumer Neurowissenschaftler Burkhard Wiebel erforscht. Er untersuchte ehemalige Heimkinder aus dem Franz-Sales-Haus. Ihnen wurden laut Akte mindestens über mehrere Monate Psychopharmaka verabreicht. Burkhard Wiebel: "Ich konnte nachweisen, dass geistige Fähigkeiten, die sonst bei ihnen vorhanden sind, deutlich eingeschränkt sind."


      Franz-Sales-Haus will Geschichte aufarbeiten

      Das Essener Franz-Sales-Haus verweist auf eine neue Studie. Bochumer Historiker und Ethiker untersuchen zurzeit den Umgang mit Medikamenten im Heim. Bis Ende 2019 will man durch Aktenstudium und Interviews herausfinden, ob in der Nachkriegszeit Medikamente an Kindern missbräuchlich eingesetzt wurden.

      Untersuchungen im Esserner Franz-Sales-Haus starten im April MEHR [ Siehe @ https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/untersuchungen-franz-sales-beginnt-im-april-100.html ]

      [ (HISTORISCHES SCHWARZ-WEIß FOTO) VIDEO: „Medikamentenmissbrauch 2: Belege und Folgen | 02:36 Min. | Verfügbar bis 30.05.2018 “ ]

      Bethel lässt Medikamenten-Versuche untersuchen | MEHR [ Siehe @ https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/bethel-medikamententest-untersuchung-100.htm ]
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      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

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      von den Medi- Versuchen im Franz Sales Haus habe ich schon mehrfach gehört, auch daß das Heim alls offenlegen will, ob das den Betroffenen hilft, ist fraglich, nach all den vielen Jahren, wer weiß das schon?
      gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten



      -Marie von Ebner-Eschenbach

      Medikamentenversuche an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.

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      Datum: 05.06.2018
      Quelle: epd
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      Landeskirche: Bremische Evangelische Kirche


      UNHEIL UND BEWÄLTIGUNG

      Studie beweist Medikamentenmissbrauch in Rotenburger Anstalten

      Eine neue Studie zu Medikamentenmissbrauch bei Heimkindern in der Nachkriegszeit ist am Dienstag [ 05.06.2018 ] in Rotenburg bei Bremen vorgestellt worden.

      [ FOTO: Krefelder Pharmakologin Sylvia Wagner im Archiv der Rotenburger Anstalten / Rotenburger Werke : Studie beweist Medikamentenmissbrauch in Rotenburger Anstalten ]

      In den ehemaligen Rotenburger Anstalten der Inneren Mission wurden nach der Untersuchung der Pharmazeutin Sylvia Wagner Medikamente an Bewohnern getestet sowie Kinder und Jugendliche mit viel zu hohen Dosierungen ruhiggestellt. Vereinzelt habe es auch psychochirurgische Eingriffe gegeben, sagte die Wissenschaftlerin. "Bei der Durchsicht von Bewohnerakten zeigte sich, dass vor allem unruhige oder vermeintlich schwierige Kinder und Jugendliche Arzneimittel zur Sedierung erhielten." Eine medizinische Indikation habe es in diesen Fällen nicht gegeben.

      Teilweise seien auch mehrere Präparate gegeben worden, um den Tagesablauf der oft überforderten Mitarbeiter zu erleichtern. Auch dies sei in den Akten von Bewohnern vor allem in den 1960er und Anfang der 1970er Jahre belegt. Die Versuchsreihen seien in keinem Fall mit Einwilligung der Eltern oder der Betreuer geschehen, sagte die 53-jährige Expertin. "Das legt nahe, dass sie auch nicht eingeholt wurden, was nach rechtlichen und ethischen Normen fragwürdig war."

      Missbräuche dieser Art seien zur damaligen Zeit in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe nicht unüblich gewesen, sagte die Wissenschaftlerin, die bundesweit zur Situation zwischen 1945 und 1975 recherchiert. In Rotenburg habe sie eine "Tiefenbohrung" machen können, weil die diakonische Einrichtung im Vergleich der Einrichtungen über das umfangreichste Bewohnerarchiv verfüge. Es sei auch "ein absoluter Glücksfall", dass die Rotenburger Werke als Nachfolgeeinrichtung der Anstalten so offen und kooperativ mit dem Thema umgingen.

      Wagners Erkenntnisse sind Bestandteil eines neuen Buches, das am Dienstag in den Rotenburger Werken vorgestellt wurde. Es beschreibt den oft von Gewalt und Medikamentenmissbrauch geprägten Alltag der damaligen Bewohner. Auftraggeber des Buchprojektes unter dem Titel "Hinter dem Grünen Tor" war der Vorstand der Werke. Diese zählen mit 1.130 Bewohnern und etwa 1.800 Beschäftigten in Norddeutschland zu den größten stationären Behinderteneinrichtungen in Norddeutschland. "Wir müssen uns unserer Vergangenheit stellen", sagte Geschäftsführerin und Pastorin Jutta Wendland-Park.


      WEITERE INFOS ZUM ARTIKEL
      Karsten Wilke, Hans-Walter Schmuhl, Sylvia Wagner, Ulrike Winkler (Autoren): Hinter dem Grünen Tor - Die Rotenburger Anstalten der Inneren Mission, 1945-1975. Schriften des Instituts für Diakonie- und Sozialgeschichte an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel/Band 32, Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 2018. 24 Euro.

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      NOCHMALIGE QUELLENANGABE: https://www.evangelisch.de/inhalte/150379/05-06-2018/studie-beweist-medikamentenmissbrauch-rotenburger-anstalten

      Aufarbeitung ist, meines Erachtens, gut und wichtig, insbesondere wenn diese mit angemessener wirklicher Entschädigung einhergeht.
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      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

      Medikamentenversuche an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.

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      Beitrag im Thread »Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND« im HEIMKINDER-FORUM.DE von Eric Beres, vom Sender SWR, vom Montag, 2. Juli 2018, um 12:07 Uhr (mitteleuropäische Sommerzeit) :

      QUELLE: http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18400-Medikamententests-an-Heimkindern-in-WESTDEUTSCHLAND/?postID=575028#post575028 :

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      Hallo, zum Thema MEDIKAMENTENTESTS und MEDIKAMENTENMISSBRAUCH in Heimen der 50er bis 70er Jahre recherchiert der Südwestrundfunk aktuell zu Einrichtungen und Institutionen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.
      Wenn Sie selbst betroffen sind oder uns Hinweise geben können, in welchen Heimen in diesen beiden Bundesländern entsprechende Tests durchgeführt wurden oder wo es Missbrauch gab, würden wir uns sehr freuen, Sie könnten uns kontaktieren.

      Am besten per E-Mail: Eric.Beres@swr.de .
      Vielen Dank!

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      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

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      Medikamentenversuche an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.

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      Jetzt hier in Bezug auf das Bundesland Niedersachsen insbesondere was das niedersächsische Rotenburg an der Wümme betrifft: die „Rotenburger Anstalten“ (seit 2006 „Rotenburger Werke“ genannt), zwischen Hamburg und Bremen in Niedersachsen gelegen; „christliches Menschenbild“; „im Verbund der Diakonie“.

      QUELLE: https://web.de/magazine/panorama/gewalt-medizintests-behinderte-kinder-heimen-erlebten-33066540 (dpa) :

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      Gewalt und Medizintests: Was behinderte Kinder in Heimen erlebten

      Aktualisiert am 12. Juli 2018, 14:39 Uhr

      Sie wurden geschlagen, mit Medikamenten ruhig gestellt und für Tests missbraucht. Allmählich wird bekannt, was Kinder in Behindertenheimen der Nachkriegszeit erlebten. In Niedersachsen wurden Minderjährige am Gehirn operiert - mit fatalen Folgen.

      Klaus Brünjes teilt ein Schicksal mit Zehntausenden Menschen in Deutschland. Als Kind und Jugendlicher erlebte er einen Alltag, der geprägt war von Fremdbestimmung, Medikamenten und Gewalt.

      "Man musste sich unterordnen", sagt der heute 60-Jährige über sein Leben in einer Einrichtung für Behinderte. "Freiheit und Selbstbestimmung gab es nicht, sondern Unterwerfung. Wer rumgetobt hat, hat Medikamente bekommen, oder er ist abgeholt worden und war dann in der Zelle." Die Kinder, die nicht sprechen konnten, habe es besonders hart getroffen.

      Was Brünjes im niedersächsischen Rotenburg an der Wümme erlebte, war kein Einzelfall. Das Bundessozialministerium geht von knapp 100.000 noch lebenden Frauen und Männern aus, die nach 1949 als Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie wahrscheinlich Leid und Unrecht erfahren haben.

      Nach und nach kommt ans Licht, was viele behinderte oder als auffällig eingestufte Menschen in der Nachkriegszeit erleben mussten. Sie wurden geschlagen, ruhig gestellt und für Medizintests missbraucht.


      Psychopharmaka und Beruhigungsmittel

      Die kirchliche Einrichtung in Rotenburg arbeitet ihre dunkle Vergangenheit mit Hilfe von zwei Wissenschaftlerinnen und zwei Historikern auf. Nach deren jüngst veröffentlichtem Buch "Hinter dem Grünen Tor. Die Rotenburger Anstalten der Inneren Mission, 1945-1975" bekamen unruhige Kinder und Jugendliche hohe Dosen an Psychopharmaka und Beruhigungsmitteln.

      Die Pharmazeutin Sylvia Wagner aus Krefeld fand zudem Belege dafür, dass nicht zugelassene Medikamente an Minderjährigen getestet wurden, etwa um Bettnässen zu verhindern oder den Sexualtrieb männlicher Bewohner zu unterdrücken.

      Besonders schockiert war sie, als sie in Akten las, dass in Rotenburg mehrere auffällige Jugendliche am Gehirn operiert wurden. "Was man mit den Medikamenten nicht schaffte, sollte die Operation schaffen. Dadurch wurden Teile des Gehirns unwiderruflich zerstört", berichtet sie.

      Ihren Recherchen zufolge waren manche Kinder der Einrichtung wahrscheinlich nicht behindert. "Sie kamen zum Teil als Säuglinge ins Heim. Bei adäquater Fürsorge hätten einige ein normales und erfülltes Leben führen können", sagt Wagner, die sich mit Arzneimittelstudien an Heimkindern in der Bundesrepublik 1949 bis 1975 beschäftigt.


      Aufarbeitung steht noch am Anfang

      Medikamente wurden ihr zufolge vielerorts eingesetzt, um die Alltagsroutinen nicht zu gefährden. "Es wurden Präparate in hohem Maß gegeben", sagt sie und berichtet von Dosierungen, die zehn Mal so hoch waren wie die empfohlene Menge.

      Der frühere Patient Brünjes erinnert sich an viele Situationen, in denen Kinder Medikamente bekamen. "Manche waren dann ganz gefügig", sagt er. "Ich habe wenig Medikamente bekommen und war auch nie in der Zelle. Ich habe versucht, mich ganz stark anzupassen." Dass Ärzte Präparate an Kindern und Jugendlichen testeten, erfuhr Brünjes erst später.

      Der Historiker Hans-Walter Schmuhl bezeichnet es als beschämend, dass es so lange gedauert hat, bis Menschen mit Behinderung als Opfer anerkannt wurden. Ihm zufolge steht die Aufarbeitung bundesweit noch am Anfang. "Es hat erst einzelne Einrichtungen gegeben, die sich mit ihrer Vergangenheit beschäftigt haben", sagt der außerplanmäßige Professor der Universität Bielefeld.

      Um den Alltag in den Rotenburger Anstalten zu rekonstruieren, führte er Interviews mit damaligen Bewohnerinnen, Bewohnern und Angestellten. "Es ging darum, eine große Zahl von Menschen mit sehr begrenzten Mitteln gegen ihren Willen festzuhalten", sagt er. "Es gab ausgeklügelte Strafrituale."


      Viele leiden bis heute an psychische Störungen

      Nach Schmuhls Recherchen schlugen Angestellte Patienten auch mit Werkzeugen, Bewohner wurden fixiert und eingesperrt. "Das Personal war in einer ständigen Überforderungssituation", sagt der Historiker. "Viele leiden bis heute an Nachwirkungen, aber viele haben sich auch mit bewundernswerter Zähigkeit ein eigenes Leben erarbeitet", sagt er über die Opfer.

      Als typische Folgen des Unrechts nennt er Angst- und Essstörungen. "Viele haben Probleme, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen."

      Brünjes, der als Kind an Kinderlähmung erkrankte und bis zum achten Lebensjahr nur kriechen konnte, erinnert sich: "Manche wurden so verprügelt, dass sie nicht mehr richtig sitzen konnten."

      Trotz des erlittenen Unrechts hat er Verständnis für das damalige Personal. "Auch die Mitarbeiter haben Not gehabt. Es gab viele, die mehr Liebe geben wollten, als sie konnten."

      Das Personal sei überfordert gewesen mit den vielen Menschen, die sie in den Griff kriegen sollten. "Sie bekamen Druck von oben. Das haben wir gespürt." Als die Einrichtung in den 1970er Jahren mit Beschäftigungstherapie anfing, seien viele Menschen auch ohne Medikamente ruhiger geworden.

      Die Veränderungen im Umgang mit beeinträchtigten Menschen brachten auch für Brünjes, der mit Beinschienen selbstständig gehen kann, eine Zeitenwende.

      Als Erwachsener wurde er vom Patient zu einem Gruppenleiter der Einrichtung, die nun Rotenburger Werke heißt. Er lernte lesen und schreiben und machte den Hauptschulabschluss.

      Als Kind war ihm Unterricht verweigert worden, im Heim war er zeitweise auf der Station der geistig Behinderten untergebracht.


      Finanzielle Entschädigung für Opfer

      "Ich bedaure das Unrecht zutiefst", sagt die Geschäftsführerin der Rotenburger Werke, Jutta Wendland-Park, über die dunkle Vergangenheit in einer der größten niedersächsischen Heil- und Pflegeeinrichtungen. "Dennoch bin ich froh, dass die betroffenen Menschen durch die Aufarbeitung eine Stimme bekommen haben. Lange Zeit schenkte man ihren Berichten keinen Glauben."

      Das Bundessozialministerium, Bundesländer und Kirchen wollen die Vergangenheit aufarbeiten und Betroffenen helfen. Im vergangenen Jahr startete die Stiftung Anerkennung und Hilfe - bis Ende 2019 können sich Leidtragende in Beratungsstellen melden und Unterstützung beantragen.

      Berechtigt sind Frauen und Männer, die als Kinder oder Jugendliche nach 1949 Unrecht in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie erfahren haben.

      Neben einer Anerkennung des Erlebten können Betroffene, die heute noch unter Folgen leiden, 9.000 Euro zur selbstbestimmten Verwendung erhalten.

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      ZWEI WEITERE QUELLEN FÜR DIESEN ARTIKEL: https://www.weser-kurier.de/region/niedersachsen_artikel,-gewalt-und-medizintests-was-behinderte-kinder-in-heimen-erlebten-_arid,1748084.html (dpa) und auch https://www.gmx.at/magazine/panorama/gewalt-medizintests-behinderte-kinder-heimen-erlebten-33066540 (dpa)
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      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

      Medikamentenversuche an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.

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      Jetzt hier in Bezug auf das Bundesland Niedersachsen insbesondere was das niedersächsische Rotenburg an der Wümme betrifft: die „Rotenburger Anstalten“ (seit 2006 „Rotenburger Werke“ genannt), zwischen Hamburg und Bremen in Niedersachsen gelegen; „christliches Menschenbild“; „im Verbund der Diakonie“.
      QUELLE: RTL - RTL interactive GmbH, Köln @ https://www.rtl.de/cms/medizintests-im-heim-rotenburg-arbeitet-vergangenheit-auf-4206831.html :

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      Medizintests im Heim: Rotenburg arbeitet Vergangenheit auf

      16.08.2018 | 02:50

      [ FOTO Das sogenannte "Stammhaus" aus dem Jahr 1880 ist das älteste Haus der Rotenburger Werke. Foto: Carmen Jaspersen/Archiv © deutsche presse agentur ]

      Heimkinder haben in den Nachkriegsjahrzehnten vielrorts Leid erlebt. Welche Menschenrechtsverletzungen es in einer Einrichtung der Behinderung im niedersachsischen Rotenburg an der Wümme gab, hat jüngst das Buch "Hinter dem Grünen Tor. Die Rotenburger Anstalten der Inneren Mission 1945-1975" aufgedeckt. Demnach wurden dort noch nicht zugelassene Medikamente an Kindern und Jugendlichen gestestet, der Alltag war bestimmt von Fremdbestimmung, Arzneimitteln und Gewalt. Die Studie entstand im Auftrag der kirchlichen Einrichtung, die heute Rotenburger Werke heißt. Sie möchte die Vergangenheit aufarbeiten und lädt Interessierte heute [Donnerstag, 16. August 2018] zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion ein. Neben dem Autorenteam des Buchs werden Vertreter der Einrichtung und des niedersächsischen Sozialministeriums erwartet.

      Quelle: DPA
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      Und auch die Lokalpresse berichtet darüber:

      QUELLE: MK - Kreiszeitung.de @ https://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/rotenburg-ort120515/rotenburg-diskussionsabend-rotenburger-werken-ueber-fehler-vergangenheit-10128024.html :

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      Diskussionsbeitrag macht fassungslos

      „Jede Lebensregung war eine Störung des Ablaufs“ - Betroffener schildert Zeit in Rotenburger Werken

      17.08.2018

      [ FOTO: „Uwe Seebode (M.) erlebte Anfang der 70er-Jahre Gewalt in den Rotenburger Anstalten und spricht darüber mit Moderatorin Antje Diller-Wolf und Professor Hans-Walter Schmuhl.]

      Rotenburg - Von Michael Krüger. Uwe Seebode blickt zu Boden, schluckt, und spricht dann doch so schonungslos offen weiter, dass viele im Saal fassungslos den Kopf schütteln. Was der heute 57-Jährige zwischen 1970 und 1975 in den Rotenburger Anstalten erlebt hat, ist Teil der Vergangenheitsbewältigung der heutigen Rotenburger Werke – und Eröffnung einer gut zweistündigen Diskussionsrunde in der Cafeteria der Werke am Donnerstagabend [16. August 2018].

      Gerade ist die zweite Auflage des Buches „Hinter dem Grünen Tor. Die Rotenburger Anstalten der Inneren Mission, 1945-1975" aufgelegt worden [ Siehe @ https://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/rotenburg-ort120515/lernen-unrecht-9926476.html ], eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Nachkriegsjahrzehnten in der Einrichtung, die geprägt waren von Gewalt und Missbrauch gegenüber den behinderten Bewohnern und Patienten. „Es war ein Gesamtsystem, das Unrecht zugelassen hat für ganz viele Menschen“, bringt es Werke-Pressesprecher Rüdiger Wollschlaeger im Laufe des Abends vor mehr als 100 Zuhörern auf den Punkt.

      Eingeladen sind die Buchautoren, die zwei Jahre lang in den Archiven der Werke und des Diakonissen-Mutterhauses gewühlt, Material im Stadtarchiv gesichtet und Einblicke in die Archive von Pharmaunternehmen bekommen haben, dazu Zeitzeugen. Nach zwei Arbeiten über die Ereignisse in Rotenburg im ehemaligen „Asyl für Epileptische und Idioten“ und den späteren Anstalten vor allem zur Zeit des Nationalsozialismus wird nun die jüngere Vergangenheit beleuchtet.

      In der ging es bis zum Paradigmenwechsel Mitte der 70er-Jahre darum, „eine möglichst große Zahl von Menschen mit geringen Mitteln auch gegen ihren Willen zu verwahren“, so Historiker Professor Hans-Walter Schmuhl. „Jede individuelle Lebensregung war eine Störung des Arbeitsablaufs.“ Und die wurde oft genug bestraft.


      Von Pflegern „da unten“ angefasst

      Davon berichtet auch Uwe Seebode an diesem Donnerstagabend, wie einige andere Betroffene. Er lebt seit 30 Jahren allein in Bremen, führt ein selbstbestimmtes Leben, von dem Anfang der 1970er-Jahren keine Rede sein konnte. In der Jugendabteilung der Anstalten herrscht ein strenges Regiment, und „vieles war falsch“, sagt Seebode.

      Er berichtet von Prügel, die es für Bettnässer gab, wie er von Pflegern „da unten“ angefasst wurde, dass die Nachtwache grundsätzlich mit auf die Toilette gegangen sei. „Jedes Kind und jeder Mensch hat ein Recht darauf, vernünftig behandelt zu werden, ob behindert oder nicht“, sagt er. „Das sollte sich jeder hinter die Ohren schreiben – damit es nie wieder passiert.“

      Die Rotenburger Werke haben nach der Veröffentlichung der Studie, die Missbrauch bis hin zu stereotaktischen Operationen, bei denen Bewohner ohne Einwilligung von Eltern oder Betreuern am Gehirn operiert wurden, um von ihrem Behinderungen geheilt zu werden, aufdeckt, bundesweit viel Lob erhalten.


      „Aufarbeitung nicht selbstverständlich“

      Das betont an diesem Abend auch Claudia Schröder, Abteilungsleiterin im niedersächsischen Sozialministerium: „Es ist nach wie vor nicht selbstverständlich, dass sich Einrichtungen so intensiv ihrer Vergangenheit stellen.“ Und Werke-Geschäftsführer Thorsten Tillner fügt an: „Wir hoffen, dass andere Einrichtungen den Mut finden, auch darüber zu sprechen.“ Es gebe einige Kollegen, „die sich der Frage des Medikamentenmissbrauchs noch nicht stellen“.

      Die Studie und dass nun darüber gesprochen wird, das betonen Wissenschaftler wie Betroffene, soll keine Abrechnung mit den Verfehlungen einzelner sein. Es ist die „Einlösung eines Versprechens“, wie es von der Werke-Spitze heute heißt: Die damaligen Fehler im System benennen und daraus für die Zukunft lernen.


      MEHR ZUM THEMA: Rotenburger Werke: Über die Aufargeitung der eigenen dunklen Vergangenheit [ Siehe @
      https://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/rotenburg-ort120515/geschaeftsfuehrung-rotenburger-werke-ueber-aufarbeitung-eigenen-dunklen-vergangenheit-9938343.html ]

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      Medikamentenversuche an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.

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      VEREIN EHEMALIGER HEIMKINDER E.V.
      Aktuelle Informationen und Nachrichten

      [ QUELLE: Vereinswebseite des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. (VEH e.V.) @ http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/?p=2156&fbclid=IwAR2s6lXdiIlqmJ7u0bPiPxWyDtsaEP0P0vnv8LpOD5Rrw1MCi_wnPYK0IKE ] :

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      Veröffentlicht am 9. November 2018

      Arzneimittel- und Menschenversuche an Heimkindern

      Endlich Transparenz und Entschädigungen!

      Öffentliches Fachgespräch,

      14. Dezember 2018, 11:30 - 16:00 Uhr,

      Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus, Raum E.300

      Der Einsatz von Medikamenten in den 1950 bis -70er Jahren in der Heimerziehung sowie Arzeimittelstudien in Heimen sind bislang nur wenig thematisiert worden.

      Erst durch die 2016 von der Pharmazeutin Sylvia Wagner veröffentlichte Studie „Ein unterdrücktes und verdrängtes Kapitel der Heimgeschichte. Arzeimittelstudien an Heimkindern“ wurde bekannt, dass mindestens 50 Arzneimittelstudien an HeimbewohnerInnen durchgeführt wurden, zum Teil im Auftrag oder mit Wissen von Behörden.

      Dabei wurden neben Impfstoffen und Psychopharmaka auch Medikamente zur Senkung der Libido getestet. Zusammen mit den eingeladenen Expert*innen und allen Teilnehmenden wollen wir das Thema stärker an die Öffentlichkeit bringen sowie weitere parlamentarische und außerparlamentarische Initiativen ausloten. Vor allem geht es darum, über das Ausmaß und die Folgen dieser Versuche Transparenz zu schaffen und die Möglichkeit zusätzlicher Entschädigungen für die Betroffenen und deren Hinterbliebener zu erörtern. Da Bundesbehörden in die grauenvollen Arzneimitteltests an Heimkindern ebenfalls verstrickt waren, sind Aufarbeitung und Entschädigung auch eine bundespolitische Aufgabe.

      Mit

      Susanne Ferschl, MdB, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Leiterin des Arbeitskreises Gesundheit, Arbeit und Soziales

      Sylvia Gabelmann, MdB, Sprecherin für Arzneimittelpolitik und Patientenrechte

      Norbert Müller, MdB, Sprecher für Kinder- und Jugendpolitik

      Friedrich Straetmanns, MdB, Sprecher für Rechtspolitik

      Prof. Dr. jur. Jan Bruckermann, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht an der FOM-Hochschule in Köln

      Heidi Dettinger, 1. Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V.

      Prof. Dr. Jürgen Eilert, Professur für Theorien der Sozialen Arbeit an der CVJM-Hochschule Kassel, Autor »Psychologie der Menschenrechte – Menschenrechtsverletzungen in deutschen Heimsystem 1945 bis 1973«

      Sylvia Wagner, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Pharmazeutin und Autorin der Untersuchung zu Arzneimittelstudien an Heimkindern

      Dr. Burkhard Wiebel, Neurowissenschaftler, Forschung zu Heimkindern in der Psychiatrie; Mitglied der Beschwerdekommission des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) Moderation

      Moderation: Doris Petras, Sprecherin für den VEH e. V. und Fraktionsgeschäftsführerin der Fraktion DIE LINKE. im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)


      Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen des Bundestages ist eine Anmeldung, sowie das Mitführen eines gültigen Personaldokuments mit Lichtbild unbedingt erforderlich. Eine Anmeldebestätigung erfolgt nicht.

      https://www.linksfraktion.de/termine/detail/arzneimittel-und-menschenversuche-an-heimkindern-endlich-transparenz-und-entschaedigungen/

      Beschlagwortet mit: Arzneimittel, Arzneimittelversuche, Medikamente, Medikamentenmissbrauch, Medikamententest, Medizinische Versuche
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      #compensationnow (MM - Heimopfer-WEST)
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      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit!

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