Mein Kinderheim - hier war ich - meine Rettung

    Team

    Aktivste Mitglieder

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

      Mein Kinderheim - hier war ich - meine Rettung

      Dieses Heim wird heute noch von der Diakonie geführt. Ich war in der Zeit von 1961 bis 1970 in diesem Heim. Wir sind aus einem total verwahrlosten Haushalt vom Jugendamt mit meinen 5 Geschwistern herausgenommen worden und sind zusammen dort aufgewachsen. Diese Zeit hat uns sehr geprägt. Obwohl auch dort geschlagen und bestraft wurde, gab es auch Dinge, die wir zu Hause nie mitbekommen hätten. Von den positiven Seiten hab ich im Leben danach nur profitiert und an meine Kinder weiter gegeben. Die negativen Seiten hab ich ganz tief in den Mülleimer geschmissen. Ein sexueller Missbrauch hat dort nie stattgefunden - jedenfalls nicht, so lange ich dort war.

      Vielleicht findet sich ja auch noch jemand, der in diesem Heim aufgewachsen ist.



      Heute sieht es natürlich auch ganz anders aus, als früher...... sie haben wirklich über Änderungen nachgedacht:

      ich war auch in diesem heim denke sicherlich das sich die leute noch an mich errinnern an christian gellert die zeit muss ich sagen war zwar nicht die schönste aber es ging zumal ich da war weil es durchs jugendamt nur schwierigkeiten bei mir in der famiele gab würde mich mal freuen wenn sich en paar von den alten leuten melden würden mit denen ich da war im zeit raum 1994-1996
      Herzlich Willkommen Chris!

      Das ist ja schön, dass sich auch mal jemand aus dem Heim meldet, der auch mal da war.

      Ich war mit meinem Sohn und meiner Schwiegertochter im letzten Jahr dort und hab mir einiges ansehen können. Es hat sich wahnsinnig viel getan. Sie haben fast den ganzen schönen großen Garten zugebaut. Und es gibt Wohngruppen - also familienähnlich soll es zugehen

      Ich war in den 60er Jahren dort - sieben Jahre lang. Und das Heim galt damals schon als Vorzeigeheim - es soll das Beste gewesen sein. Gut, wir hatten immer gutes Essen auf dem Tisch. Für unsere Gesundheit wurde gut gesorgt. Wir sind jede Woche ins Schwimmbad und wir sind auch jedes Jahr verreist. Das hätten wir zu Hause nie so erlebt.

      Unser täglicher Ablauf lief so ab:
      Bei uns gab es zwei Mädchengruppen, eine Jungsgruppe und eine Kleinkindergruppe. Eine Gruppe bestand aus ca. 15 Kindern. Für jede Gruppe gab es eine Erzieherin, die offensichtlich manchmal überfordert waren. Die Fluktuation war damals sehr groß. Hatten wir uns an eine Erzieherin erst mal gewöhnt, ging sie und wir mussten uns an eine neue gewöhnen. Gerade Erzieherinnen, die gut zu uns waren, gingen sehr schnell bzw. mussten gehen. Die Strengen schienen beliebter bei der Heimleitung zu sein. Denn es hiess immer - Zucht und Ordnung musste herrschen. Für die Großen gab es immer Ämter. Wir mussten in der Küche helfen, das ganze Haus säubern, im Garten helfen, Wäschewaschen usw. Die Heimleitung war natürlich sehr gläubig (ich kann bis heute diese Tracht nicht mehr sehen) und wir mussten jeden Morgen punkt 7.30 Uhr zum Singen und Beten antreten. Danach hetzten wir zur Schule, weil wir durften auch nicht zu spät kommen. Dann pünktlich zum Mittag, singen und beten und Schularbeiten machen. 16.00 Uhr Kaffee, 18.00 Uhr Abendbrot und dann ins Bett.

      Hatte jemand Mist gebaut, mussten alle stundenlang stramm stehen, bis sich derjenige meldete. Gestraft wurde dann meist mit Schlägen und eine Woche Küchendienst. Ja, es wurde auch geschlagen zur damaligen Zeit. Ich sehe immer noch die Heimleitung vor meinen Augen, wie sie die Jungen mit Bügel und Stock verprügelt hat und höre ihre Stimme. Kopfnüsse, Geschrei und Schläge gab es immer mal - nicht täglich - aber doch ziemlich oft. Und die Kinder waren untereinander ebenfalls sehr grausam. Ich weiß auch, dass ich mal runter in den Keller ins Nähzimmer musste, um zur Besinnung zu kommen. Ich weiß aber nicht mehr genau, wieso. Jedenfalls durfte ich den Nachmittag nicht da raus. Abends, wenn die Kinder schlafen sollten und jemand noch tuschelte, wurde das Kind aus dem Bett geholt und es musste mit einer Decke über dem Kopf draußen im Flur stehen. Eine meiner Schwestern ist es so gegangen. Die Erzieherin hat sie einfach vergessen, wieder zurückzuschicken und meine Schwester ist im Stehen eingeschlafen. Schlimm war es für Bettnässer. Sie mussten mit dem nassen Laken dann Spießruten laufen. Ich glaub, davon haben sie sich bis heute nicht erholt. Es gab eine Zeit, da hatten wir alle Läuse. Man gab uns das Gefühl, selbst Schuld daran zu sein - und gerade wenn man ein zweites Mal betroffen war, war das schlimm für uns. Auch wenn man krank war - wir wurden gepflegt, keine Frage. Aber krank sein ging einfach nicht. Bei Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln wurde man isoliert - und wehe, man hat jemand angesteckt....

      Zwei Erzieherinnen müssten heute noch dort sein oder sind schon auf Rente, aber vielleicht kennst Du sie ja noch. Eine Christine H. und eine Französin, deren Name ich aber nicht mehr weiß.

      Puh.... diese Zeit brennt mir echt noch im Gehirn. Aber wären wir andererseits nicht vom Jugendamt aus unserer Familie geholt worden, wären wir wohl heute alle tot. Denn da haben wir gehungert und das bisschen Geld, was meine Mutter hatte, wurde in Alkohol umgesetzt. Wir sind verwahrlost gewesen.

      Ich suche Euch.

      Ich war auch hier.Es war eine sehr schöne Heim zeit zwar auch anstrengend aber auch sehr schön.Ich suche immer noch paar Leute die in meiner Zeit auch hier am Haus am Fichtenberg waren.Carsten Gierlich, Sabine Topel,Yvonne Vogt,Martina Buket und Nicki aus der Gruppe 2 ach so Christina Rempp meldet Euch wenn ihr das ließt ich würde mich echt freuen.Oder vielleicht hat jemand Kontakt zu einen dann sagt bitte bescheid.Ich wünsche Euch einen Guten Rutsch ins Jahr 2016.